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Die Rede von Dr. Michael Rehfeld zur Ausstellung von Mandy Schöpa „Seidenmalerei – oder Wenn der Bedeutungsspielraum von Worten am Ende ist" Sehr geehrte Gäste, liebe Mandy, …. …die Zeit ist reif… du hast so manche Ausstellungen und Events begleitet… ich durfte so manche Vorträge halten - dies nun ist Neuland für uns beide und die Fügung brachte so manche Überraschung… Verschiedene Gefühle ziehen durch den Raum, ein Gefühl des Prickelns wie beim ersten Mal, es trifft uns beide….Neugier, Spannung und Anspruch eine außergewöhnliche Ausstellung präsentieren zu dürfen. ….Durch das Malen die Seele spiegeln….ein Prozess bei dem nicht nur das Bild bearbeitet, sondern auch wieder eine Re-Aktion bewirkt wird. Die Ausstellung einer schönen Frau, hier an der Küste zu Hause, trotz aller Missgeschicke die blonden Haare behalten, blond geboren…. doch niemals blond gelebt. Nun, eine Ausstellung besonderer Art. - Keine Künstlerin im klassischen Sinne, kein Studium, keine vorbestimmte Karriere, nicht die Bestimmung Kunst machen zu müssen. Intuition und Leidenschaft, sowie eine Ausdrucks- und Kommunikationsform zu finden, die mit üblichen Mitteln nicht beschreibbar sind, das sind die nichtbestechliche Kriterien. Nein, als in die Wiege gelegt kann man es wahrlich nicht bezeichnen… die Malerei war nicht ihr Ding. In den kindlichen Versuchen des Malens waren Haus, Zaun und Köter nicht voneinander zu unterscheiden….Vielleicht ein Zeichen unbeschwerter Kindheit? Irgendwann ist das vorbei, wir kennen das alle, die Entwicklung prägt, Bewusstheit der Freuden und Unbilden eines wahrlich nicht alltäglichen Lebens. Späte Anfänge - ab 1994, als Eventmanagerin für die Organisation und Betreuung von kulturellen Ereignissen letztverantwortlich, ergaben sich zunächst unbewusste, später bewusste und zielgerichtete Kontakte mit der Künstlerszene, ausgeprägte Neugier über Dinge, die sich nicht mit Worten ausdrücken lassen… zunächst noch ohne Folgen. Doch folgenschwer kann sein, wenn eine junge Ehe eher einer Hochzeit mit der Schwiegermutter gleichkommt. Inspiriert und fasziniert vom Schaffen von Karin Schöpa, von ihr fürsorglich angeleitet hatte Mandy Schöpa ihren Einstieg in die Seidenmalerei etwa 1996. Begeistert von einer Technik, die gekennzeichnet ist durch Einmaligkeit, Beherrschen der schwierigen Strukturen von Seide, Farbe und Licht. Nach anfängliche Übungen in Kitschmalerei, sogenannten schönen Bildern, entwickelte Mandy zügig eigene Formen des Ausdrucks, sich die Eigendynamik des Substrats mit gewollten Nebeneffekten zunutze zu machen. Es folgten fast 10 Jahre der Stille, …..Babypause und Rückzug. Zeit der Erfahrung, die sich gleich einem Quantensprung in ihren Bildern widerspiegelte. Zu den Neuanfängen gehören Bilder wie „Zerreissprobe“ und „broken wings“. Für Mandy war es ein Weg, fehlende Kommunikation nach außen zu überbrücken, Symbiose von Stille und Harmonie und Widersprüchlichkeiten. Schönheit und Traurigkeit, keine gefälligen Bilder, mit Provokation für den unbedarften Betrachter… Und auch manchmal, nur um zu malen. Ich darf mich glücklich schätzen, zu dem eingeschränkten Personenkreis zu gehören, der die hintergründigen Geschichten vieler Bilder kennt. Die meisten dieser Bilder haben eine eigene Geschichte voller emotionaler Prägung – Hoch und Tiefs - die …obwohl konkret, viele Fragen offen lassen, …zur Auseinandersetzung zwingen. Die Themen sind vielfältig, Grundstimmungen eingefangen und jedes Mal anders interpretiert, teilweise abstrakt mit naturalistischen Elementen. Die Themen wechseln, Motive werden aus ihrem Zusammenhang gelöst und unter neuen Sinnzusammenhängen wieder zusammengefügt….Inspirative Zitate aus klassischer Kunst werden raum-, zeit-, stil- und genreübergreifend installiert. Eine ganz besondere Rolle spielt die Musik… Klang und stimmungs- und situationsbezogene Songtexte fließen in besonderer Art und Weise in ihre Bilder ein. Ohne den eigenen Inhalt zu verwischen sind doch klare Elemente erkennbar, beispielhafte Exemplare sind „Try walking in my shoes“ zitiert von Depeche mode oder „Me myself und who“ in Anlehnung an ‚Glastraum‘ von City. Und hier schließt sich auf merkwürdige Art ein Kreis, Mandy ist offensichtlich skrupellos genug, sich auch von hier Anwesenden einen Titel zu entleihen – ‚Memories keep dancing in my head‘ aus dem Song ‚History‘ von Joana ist schon als Missetat zu werten. Ich musste mich ja irgendwie auf diesen Abend vorbereiten und habe natürlich Mandy auch die peinliche Frage nach den für sie bedeutsamen Bildern gestellt. Die Antwort konnte auch nur der Kompromiss einer Auswahl sein: „Break’n out“ und „Bleeding loneliness“ aus jüngster Zeit - voller stiller Schreie… und „Scissors in my head…“ eine atemberaubende Darstellung gegenläufiger Polarisation. Obwohl ich etliche Geschichten und Hintergründe kenne, steht mir eine öffentliche Interpretation nicht zu, …nur soviel - ich habe in den Bildern so manche eigene Verfänglichkeit wiedergefunden, ohne dass es je eines Wortes bedurfte. Einige Bilder des heutigen Abends sind tatsächlich noch ganz frisch, lassen wir uns gemeinsam überraschen von der Vielfalt des Ausdrucks. Ich wünsche uns gemeinsam einen schönen Abend… und dir liebe Mandy ein gutes Gelingen der Ausstellung und vor allem natürlich die Kraft neuer Inspiration….
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